Edinburgh Morningside

Die bisherigen Tage vergingen recht schnell, was aber bei gut 6 Stunden „Beschäftigung“ pro Tag auch kein Wunder ist. Sascha glüht ein wenig der Kopf von den ganzen neuen Vokabeln und ist somit Nachmittags meistens ausgelaugt und müde. Patrick und Ich gehen gerade im Schnelldurchlauf die geläufigsten Zeitformen noch einmal durch, sowie die entsprechenden Regeln und Signalwörter dafür.

Der Unterricht selbst findet ja, wie bereits geschrieben, in einem Privathaus, ca 20 Minuten von unserer Unterkunft entfernt statt. Mittags dürfen wir ja nicht mit im Haus bleiben, haben aber die Möglichkeit in der nahgelegenen Morningside Road eines der vielen Café’s oder Pubs aufzusuchen. Die Morningside Road ist eine vielbefahrene Strasse, welche rechts und links mit den unetrschiedlichsten Läden bespickt ist Morningside Roadund somit ganz anders aussieht, als die kleineren Nebenstrassen, die wie ausgestorben wirken. Gleich bei uns an der Ecke, von wo auch das obige Foto gemacht ist, befindet sich eine Teestube die komplett in rosa (oder lila, oder hellrot oder wie auch immer die Frauen diese Farbe bezeichnen) gehalten ist und auf den Tischen kleine, lustige Plüschdinge rumliegen hat. Mittags ist es immer recht voll, aber wir finden bestimmt trotzdem mal noch die Zeit, dieser Lokalität einen Besuch abzustatten. Loopy Lorna's Tea HouseDie Preise sind gerade noch tragbar, aber es reicht ja auch ein ein einfacher Tee oder Kaffee. Allgemein sind die Preise für kleinere Snacks hier recht deftig! Ein Sandwich mit z.B. Hühnchen kostet durchschnittlich zwischen 3-7 Pfund (Pounds). Dieses Tea-House pendelt so in der Mitte. Am Schaufenster steht übrigens ein lustiger Spruch, der übersetzt soviel bedeutet wie „Mädels, es ist nicht gut nur hier zu stehen und zu reinzugaffen. Den Tee gibt es drinnen!“.

 
 
Wir haben uns mittlerweile auf einen kleinen Imbiss eingeschossen, der preiswert gebackene Potatos, Sandwiches oder Wraps anbietet. Schließlich wird man sonst arm, wenn man die ganze Woche hier essen gehen würde. SchaufensterdekoEr wird „the deli“ genannt und befindet sich auch gleich hier um die Ecke. Aber auch einige Banken, Bäcker, eine Post und viele viele Schnick-Schnack-Läden sind hier angesiedelt. Interessant ist die teilweise eigenwilligige Dekoration in den Schaufenstern. So hat zum Beispiel ein Fleischer, zumindest glaube ich das es einer war denn jetzt ist der Laden leer, einen Hund aus Zeitungspapier mit einer lustigen Gesichterwurstkette im Schaufenster stehen, der somit so manche Aufmerksamkeit auf sich zieht. Vielleicht ist er aber auch gerade im Bau und soll nur symbolisieren, was es hier demnächst zu erwerben gibt.

 
Gestern waren wir dann mal im Kino, welches glücklicherweise auch gleich um die Ecke ist und wir somit bisher immer alles gut zu Fuß erreichen konnten. Dort liefen eine Menge Filme und eigentlich wollten wir uns zuerst den Film „The King’s speech“ ansehen, haben uns dann aber zugunsten von Sascha für „I’m number 4“ entschieden, da Sascha sonst nicht viel vom Film mitbekommen hätte. „I’m number 4“ läuft glaube ich erst Mitte März im deutschen Kino an und ich kann ihn auf jeden Fall empfehlen. Ist eine Mischung zwischen X-Men und und und… ähm, mmh. Gute Frage. Keine Ahnung. Mir fällt gerade kein Vergleich ein. Kann aber sagen, dass er sehenswert ist, für Leute die X-Men mochten. „The King’s speech“ werden wir uns sicherlich auch noch ansehen, aber ich denke erst in der letzten Woche, wenn Sascha ein paar Vokabeln und Grammatikregeln mehr gelernt hat. Wäre sonst schade ums Geld für ihn.

Aber nun nochmal zu unserer Wohngegend und Gastfamilie. Ms. und Mr. Green sind beide tagsüber arbeiten und kommen oft erst gegen 18-19 Uhr nach Hause. Die Tochter, welche mit im Haus wohnt, ist Kinderärztin und spielt nebenbei in der schottischen Rugby-Nationalauswahl. Nicht das ihr Euch jetzt so ein Mannsweib vorstellt. Eigentlich sieht sie ganz normal schlank aus und ist auch nicht größer oder breiter als der Durchschnitt. Na ja. Dem Vater gefällts, die Mutter findest ‚crazy‘. Ansonsten ist die Gegend hier sehr ruhig und sicher. Wir sehen immer wieder viele Häuser mit offenen Haustüren und auf Nachfrage wurde mir erklärt, dass dies hier oft so üblich ist. Man zieht die Innentür zu und die Haustür bleibt offen. Nicht dass die Innentür zugeschlossen wird. Oft ist nicht einmal Schloß vorhanden. Gestern haben wir dann somit, aus deutschem Sicherheitsbewusstsein heraus, die Tochter im Haus eingeschlossen, da wir die Haustür wie gewohnt abgeschlossen haben, als wir früh zur Schule gingen. Nur war hier das Problem, dass die Tür eben nur von außen schließbar war und sie somit Mittags nun über den Gartenausgang das Haus verlassen musste. Ok. Jetzt wissen wir es ja.

Union Canal in Polwarth

Wie gesagt, hier vor meinem Fenster liegt ja gleich der Harrison Park mit dem Union Canal und man sieht bis es dunkel wird, sehr oft Spaziergänger mit und ohne Hund oder größere Gruppen, die sich hier tummeln. Gestern abend hatte ich dann bloß ein rot blinkendes Licht über die Wiese fliegen sehen, welches unregelmäßig Zickzack lief. Nachdem sich meine Augen etwas an die Dunkelheit gewöhnt hatten, stellte sich dieses Blinken als Hund mit Halsband heraus. Clevere Idee. Somit weiß der Besitzer immer wo sein Hund gerade ist.

Das Wetter war heute wunderbar sonnig und wir hatten um die 15 Grad, was natürlich gleich noch mehr Leute in den Park zog. Ich hatte heute Nachmittag wie Sascha auch frei und konnte somit das Wetter etwas geniesen. Daraufhin habe ich gleich nochmal einige weitere Fotos von meiner Aussicht gemacht und diese danach in Photoshop versucht zu einem Panoramabild zusammen zu fügen, um Euch einen kleinen Eindruck vermitteln zu können.

Das Bild hier ist nur die verkleinerte Version. Wenn Ihr es aber anklickt, dann wir die etwas größer Version (2MB) geöffnet, die mehr Details enthält. Das komplette Bild hat eine Auflösung von knapp 10.000 Pixeln und ist trotz JPEG 15 MB groß. Werde es deswegen nicht hier anbieten.
Ausblick von meinem Fenster. Für größeres Bild bitte anklicken!

Gut. Das soll es erst einmal von mir gewesen sein. Für das Wochenende haben wir auch schon eine Idee was wir machen werden. Diese wird aber erst noch etwas ausgebaut. Zumindest bleiben wir hier im Umkreis und Sonntag soll Ruhetag sein. Da habe ich auch wieder Zeit und vor allem neuen Stoff zu berichten!

Bis dann,
Lars

  4 comments for “Edinburgh Morningside

  1. Dori
    25. Februar 2011 at 20:45

    Also, die Morningside Road sieht ein bisschen aus, wie verkehrte Welt! Da fahren doch tatsächlich die Autos auf der falschen Seite! ;D

    Und zu dem „Rosa-Cafè“. Das ist ja echt der Wahnsinn! Und was sind das für lustige, kleine Plüschdinge, die da so rumliegen?? Na du wirst sicherlich berichten, wenn ihr Zeit findet dort mal hinein zu gehen. Freu mich jetzt schon drauf,…neee, neee,…ein Laden mit rosaner Innenausstattung! 😀

    Und hey,…ein tolles Panoramabild! Echt eine schöne Aussicht! Würd jetzt auch gern dort sein! Aber das geht ja nicht!
    Ich wünsche euch auf alle Fälle morgen einen schönen Tag!Viel Spaß am Wochenende bei was auch immer! Aber ich denke, ihr macht es euch schön!

  2. Hausmütterchen
    26. Februar 2011 at 14:03

    Habe nun den Blog auch auf meinem Laptop – große Klasse! So kann ich unabhängig lesen und antworten!!
    Es ist bis jetzt wieder alles interessant und schön geschrieben , man könnte es gleich irgendwo mal abdrucken und als Serie auflegen.
    Die Farbe bei dem „rosa Cafe“ heißt glaube ich -Pink- zumindest was das Foto von außen verrät.
    Beruhigend ist ,daß das Leben dort noch in etwas anderen Bahnen läuft (ähnl.Norwegen?) , auf alle Fälle seid Ihr sicher etwas erholter bei der Heimkehr. Aber bis dahin ist noch Zeit und wir wollen auch noch ein bißchen Land und Leute kennenlernen! Wir sind gespannt auf die nächste Folge….

  3. Ina
    27. Februar 2011 at 17:40

    Hallo Lars, Marco erzählte mir von der Reise nach Edinburgh, toll, Herbert und ich wünschen Euch (Du und Dein Sascha) eine schöne Zeit. Wenn Sascha mal in Berlin ist, würde ich
    ihn meine Edinburger Str. mit Schillerpark und natürlich in deutscher Sprache vorstellen.
    Außerdem haben wir einen Bewohner, der mal Pilot war und von meiner Kollegin in englischer Sprache gepflegt wird, da läufst du dann mit?!
    Das rosarote Cafe ist mit der super Deko bestimmt sehr witzig, sowie der lustige Hund beim Fleischer, hauptsache die Wurst ist nicht papig.
    Also herzliche Grüße aus Reinickendorf Herbert und Ina

  4. 27. Februar 2011 at 21:09

    Hi hi und Danke für Eure Grüße und Kommentare.
    Freue mich immer, etwas aus der Heimat zu hören!
    Ja, die Farbe ist wie gesagt schwierig zu beschreiben. Manche nennen es eben Pink, andere dunkles Rosa oder wie auch immer. Ashelly, unsere Lehrerin in Costa Rica, kannte beim Thema Farben mindestens 20 Begriffe für nur diesen Farbton! ;-(
    Edinburgher Strasse war ich selbst noch nicht, bzw. habe ich nicht auf die Strassenschidler geschaut. Wenn ich wieder zurück bin, schau ich dort aber gerne vorbei und nen englischen Piloten…? Der scheint aber sicherlich früher eher „gegen“ die Deutschen geflogen zu sein, wenn er jetzt bei Euch zur Pflege ist, oder?
    Zumindest schöne Grüße nach Berlin und Leipzig,
    Lars

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